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Warum Ziele Stress erzeugen, wenn wir vorher keine Standortbestimmung machen

  • Autorenbild: Meike Parker
    Meike Parker
  • 5. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Januar: Neuanfang ohne Vorsätze


Wenn wir nicht wissen, wo wir sind, wird es schwierig den Weg zum Ziel zu finden
Wenn wir nicht Wissen, wo wir sind, wird es schwierig das Ziel zu erreichen.

Der Januar steht traditionell im Zeichen des Neuanfangs. Neues Jahr, neues Ich, neue Ziele.Vielleicht hast du dir an Silvester auch schon oft vorgenommen, diesmal wirklich alles anders zu machen.

Wir haben es dieses Jahr anders gehalten. Keine guten Vorsätze. Genau darum ging es in meinem letzten Blog.

Heute möchte ich noch einen Schritt weitergehen und genauer hinschauen:Warum es so wichtig ist, vor jeder Zielsetzung erst einmal eine ehrliche Standortbestimmung zu machen – und warum Ziele ohne diese Basis so viel Stress erzeugen.


Bevor wir Ziele setzen: Wo stehen wir eigentlich gerade?

Ich hatte euch im letzten Blog eingeladen, kurz innezuhalten und euch zu fragen:

  • Wo stehe ich gerade in meinem Leben?

  • Was läuft gut?

  • Was gefällt mir an meinem Alltag?

  • Was trägt mich schon – auch ohne Veränderung?

Diese Fragen sind kein Warm-up, sie sind fundamental.Denn jedes Coaching – auch meines – beginnt genau hier: mit einem Blick auf die Realität. Nicht auf Wunschbilder, nicht auf Ideale, sondern auf das, was jetzt ist.


Die Standortbestimmung ist unsere Nulllinie

Die Standortbestimmung ist unsere Nulllinie.Ohne sie können wir nichts sinnvoll messen.

Erst wenn wir wissen, wo wir starten, können wir später sagen:

  • Ich bin schon weitergekommen.

  • Ich habe bereits etwas erreicht.

  • Ich stehe nicht mehr dort, wo ich vor drei Monaten war.

Und das ist entscheidend, denn Ziele verändern sich.Was sich heute wichtig anfühlt, kann in drei Monaten an Bedeutung verlieren – einfach, weil Leben passiert.

Ohne eine Nulllinie fühlt sich all die Arbeit, die wir investiert haben, schnell nach „für nichts“ an.Mit einer Nulllinie können wir sagen: Auch wenn sich das Ziel verändert hat – der Weg war nicht umsonst.


Warum fehlende Standortbestimmung Stress erzeugt


1. Sie erzeugt Unsicherheit

Ohne klare Ausgangsbasis tauchen Fragen auf, die unser Nervensystem nicht beantworten kann:

  • Wie weit bin ich eigentlich noch entfernt?

  • Ist dieses Ziel realistisch?

  • Schaffe ich das überhaupt?

Diese Unsicherheit erzeugt Stress. Unser Gehirn mag Orientierung. Fehlt sie, bleibt es im Alarmmodus.


2. Fortschritt wird unsichtbar – und fühlt sich wie Versagen an


Wenn wir nicht wissen, wo wir angefangen haben, fällt es schwer zu realisieren, wie weit wir schon gekommen sind.
Ohne eine Standortbestimmung können wir nicht sehen/realisieren, wie weit wir schon gekommen sind.

Wenn wir nicht messen können, wo wir gestartet sind, können wir Fortschritt nicht wahrnehmen.

Dann sehen wir nicht:

  • Ich bin schon diesen einen Schritt gegangen.

  • Und diesen auch.

Stattdessen entsteht schnell das Gefühl: Ich komme nicht voran.Und daraus wird oft: Ich versage.

Gerade hier geraten viele Menschen mit ADHS in eine Falle:Wir neigen dazu, Erreichtes sofort als neue Selbstverständlichkeit abzuspeichern.„Das war ja nichts Besonderes.“„Das kann doch jeder.“

Die Nulllinie hilft uns, diesen inneren Abwertungsmechanismus zu unterbrechen.


3. Unrealistische Ziele führen in Überforderung

Ohne Standortbestimmung fehlt die realistische Einschätzung dessen, was möglich ist.

Ein Beispiel, das ich schon im letzten Blog genannt habe:Ich werde im Laufe dieses Jahres nicht mein Idealgewicht erreichen. Punkt.Das ist für mich aktuell nicht realistisch – und wäre auch nicht gesund.

Wäre es trotzdem mein Ziel, würde ich mich dauerhaft überfordern.Ich würde mir Stress machen, um etwas zu erreichen, das meinem Körper und meinem Leben gerade nicht entspricht.

Standortbestimmung schützt uns davor, Ziele „ins Blaue hinein“ zu setzen.


4. Ohne Standort kein Plan

Ein Plan braucht einen Ausgangspunkt.

Stell dir vor, du bist in einer fremden Stadt und willst zu einem bestimmten Ort.Du wirst ihn nicht finden, wenn du nicht weißt, wo du gerade bist.

Selbst Google Maps funktioniert nur, weil es zuerst fragt:Wo bist du jetzt?

Erst dann zeigt es dir den Weg.


Was eine gute Standortbestimmung bewirkt

Eine ehrliche Standortbestimmung:

  • macht sichtbar, was du bereits kannst

  • stärkt dein Selbstvertrauen

  • reduziert Unsicherheit

  • verhindert Überforderung

  • schützt vor dem Gefühl von Versagen

  • ermöglicht realistische, machbare Ziele

  • schafft die Grundlage für einen guten Plan

Und vielleicht am wichtigsten:Sie erlaubt dir, innezuhalten und stolz zu sein – ohne sofort wieder ins Hamsterrad zu springen.


Wissenschaftlich fundiert – nicht aus dem Bauch heraus

All das, was ich hier beschreibe, basiert nicht auf Gefühl oder Intuition allein, sondern auf gut erforschten psychologischen Zusammenhängen.

Ich verlinke dir die entsprechenden Studien unten im Blog, falls du tiefer einsteigen möchtest.Mir ist wichtig, transparent zu zeigen: Meine Arbeit hat Hand und Fuß.Sie ist praxisnah – und wissenschaftlich fundiert.


Ein kleiner Ausblick auf 2026

Ich möchte dieses Jahr mehr Stringenz in meine Blogs bringen.Jeder Monat steht unter einem thematischen Schwerpunkt:

  • Januar: Neuanfang, Orientierung statt Vorsätze

  • Februar: Anpassung, Rollen, Maskieren – passend zur Karnevalszeit

Über das Jahr hinweg nehme ich euch außerdem immer wieder mit in unser IGP-Projekt, für das mein Kooperationspartner und ich den Zuschlag bekommen haben. Dazu wird es auch noch einen eigenen Blog geben.


Zum Abschluss

Nimm dir Zeit für deine Standortbestimmung. Wirklich.

Sie ist kein Umweg.Sie ist der Startpunkt.

Und wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, findest du hier den Link zu meinem Terminkalender.




 
 
 

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