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Creativity is impulsivity gone right – über Stärken, ADHS und innere Ressourcen

  • Autorenbild: Meike Parker
    Meike Parker
  • 26. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit



Finde die Katze... eine Stärke von uns ist oft, dass wir Muster schneller und eher erkennen.
Finde die Katze... eine Stärke von uns ist oft, dass wir Muster schneller und eher erkennen.

Neuanfang, letzter Akt: Weg von Zielen, hin zu Ressourcen


Hallo und willkommen zu einem neuen Montag und einem neuen Blog. Heute geht es nicht mehr um die Frage Was will ich? oder Wie realistisch ist mein Ziel? Der Januar stand hier ganz im Zeichen von Neuanfang, Standortbestimmung und Zielsetzung. Und ja – das ist jetzt tatsächlich der letzte Blog zu diesem Thema. Versprochen.


Heute geht es um etwas anderes, etwas Entscheidendes:


Wo sind eigentlich meine Kraftressourcen? Was unterstützt mich wirklich dabei, dranzubleiben, wenn es holprig wird?


Die zwei Seiten jeder Eigenschaft


Ich möchte dafür einen Gedanken aus dem Buch ADHD 2.0 von Edward Hallowell aufgreifen, den ich sehr liebevoll und gleichzeitig sehr treffend finde.

Viele Eigenschaften, mit denen wir hadern – Impulsivität, emotionale Intensität, Ungeduld – sind nur eine Seite der Münze. Die andere Seite beschreibt oft eine enorme Stärke.

Ein Satz ist mir besonders hängen geblieben:

Creativity is impulsivity gone right.

Und das gilt nicht nur für Kreativität. Fast jeder sogenannte „Trait“ hat ein konstruktives Gegenstück. Die Einladung heute lautet daher: Schau dir nicht nur an, womit du kämpfst, sondern auch, was daraus entstehen kann.


Was dich wirklich trägt, wenn es schwierig wird

Dieser Blog ist deshalb weniger zum gemütlichen Lesen gedacht, sondern eher als kleine Anleitung zur Selbstreflexion.

Meine Aufgabe für dich:

  • Nimm dir eine Eigenschaft, die du an dir kritisch siehst

  • Frag dich: Was ist die positive Seite davon?

  • Und dann: Wie kann mir genau das helfen, mein Ziel zu erreichen?



1.Lies dir alle Felder in der Tabelle in Ruhe durch.2. Markiere oder kreise die Stärken ein, die du bei dir selbst erkennst.3. Optional: Bitte Freund:innen, Familie oder Kolleg:innen, dir Rückmeldung zu geben, welche Stärken sie bei dir sehen.4. Du kannst auch ein Feld markieren, wenn du ein Kompliment zu dieser Stärke bekommst.5. Ziel ist kein perfektes Bingo – sondern ein ehrlicher Blick auf das, was dich trägt.
1.Lies dir alle Felder in der Tabelle in Ruhe durch.2. Markiere oder kreise die Stärken ein, die du bei dir selbst erkennst.3. Optional: Bitte Freund:innen, Familie oder Kolleg:innen, dir Rückmeldung zu geben, welche Stärken sie bei dir sehen.4. Du kannst auch ein Feld markieren, wenn du ein Kompliment zu dieser Stärke bekommst.5. Ziel ist kein perfektes Bingo – sondern ein ehrlicher Blick auf das, was dich trägt.

Rechts siehst Du auch das ADHS-Stärken-Bingo von Jessica McCabe. Oder mach einen der vielen kostenfreien Tests, die es im Internet gibt.


Warum wir unsere Stärken systematisch unterschätzen


Viele Menschen mit ADHS sind erstaunlich schlecht darin, ihre eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Das, was wir gut können, fühlt sich für uns oft „basic“ an. Normal. Durchschnittlich.


Das passiert nicht, weil wir nichts können. Sondern weil wir im Laufe unseres Lebens sehr viele korrigierende, negative Kommentare gehört haben.


Es kursiert oft die Zahl, dass Menschen mit ADHS bis zum Teenageralter etwa 20.000 mehr negative Rückmeldungen bekommen. Das ist keine sauber belegte Studie (das wird u.a. Russell Barkley zugeschrieben), aber es beschreibt eine Lebenswirklichkeit.

Von „Hampel nicht so“ bis „Warum kannst du nicht einfach …?“Keiner führt Strichlisten – aber die Wirkung bleibt.


Deine Aufgabe für diese Woche


Zum Abschluss dieser kleinen Januar-Serie möchte ich dich einladen:

  • Frag Menschen, denen du vertraust:Was siehst du als meine größte Stärke?

  • Oder im beruflichen Kontext:Welche meiner Stärken braucht die Welt – und wofür könnte ich bezahlt werden?


Und wenn dein Ziel holpert, wenn es zäh wird oder du zweifelst: Besinn dich bewusst auf das, was du kannst.

Nicht als Selbstoptimierung. Sondern als Kraftquelle.


Ausblick: Februar & Masken

Damit schließe ich das Thema Zielsetzung und Neuanfang ab. Im Februar – passend zur Faschingszeit – geht es um Masken: um Maskieren, Anpassen, Sich-Verstellen und die Frage, was das langfristig mit uns macht.


Bis dahin: Hab eine gute letzte Januarwoche und komm gut im Februar an.

 
 
 

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