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Von Löffeln und Katzen

  • Autorenbild: Meike Parker
    Meike Parker
  • 22. Sept. 2025
  • 3 Min. Lesezeit
Happy Humphrey
Happy Humphrey

Das mit den Löffeln hatten wir doch schon, fällt Dir nichts Neues ein?

Doch, jede Menge – aber das Thema Energie ist einfach wichtig. Gerade jetzt, wo ich mit jemandem an einem Projekt arbeite, das das Potenzial hat, das Unterstützungssystem für ADHSler zu verbessern. Wir beide brennen dafür. Und genau das macht es so schwer, die eigenen Energien im Blick zu behalten: Pausen zu machen, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören. Wie oft habe ich abends Kopfschmerzen, weil ich mal wieder vergessen habe, genug zu trinken?

Und da kommen meine Katzen ins Spiel. Diese kleinen, verwöhnten Biester, die genau wissen, wie sie mich manipulieren können – und von denen ich gleichzeitig unendlich viel lerne.


Bedürfnisse ohne schlechtes Gewissen

Lauren - abwartend, ob wohl gleich was passiert?
Lauren - abwartend, ob wohl gleich was passiert?

Katzen kennen das Konzept von „später“ nicht. Sie sind Meister im Jetzt. Wenn sie Hunger haben, fordern sie Futter. Wenn sie müde sind, schlafen sie. Wenn ihnen nach Spiel ist, dann bitteschön – aber bitte mit dem richtigen Spielzeug. Alles andere wird ignoriert. Und Abenteuer dürfen auch nicht fehlen: auf der Terrasse Tauben „zum Spielen überreden“ oder mitten in der Nacht plötzlich durchs Haus jagen.

Mein Kater Humphrey zum Beispiel – ein getigerter Gentleman mit Herzfehler – bekommt abends seine Medikamente. Damit das Ganze stressfrei läuft, teile ich ein Schleckerli auf: für ihn mit Tablette, für Lauren ohne. Danach ist für beide klar: Schlafenszeit. Lauren sorgt dann zuverlässig dafür, dass mein Mann und ich auch wirklich beide im Bett liegen. Es geht nicht ums Schlafen, sondern um das Ritual.

Humphrey dagegen hat seine eigenen Vorstellungen: Abends, wenn mein Mann nach Hause kommt, braucht er erst eine Spielrunde (von mir akzeptiert er das nicht, ich „mache das nicht richtig“) und danach eine ausgedehnte „Furrmination“ mit der Bürste. Er liebt das.


Kleine Pausen, große Wirkung

Auch meine Morgenroutine gehört inzwischen mehr den Katzen als mir. Wenn ich vom Sport

Humphrey auf dem Schoß meines Mannes
Humphrey auf dem Schoß meines Mannes

zurückkomme, lasse ich sie als erstes auf die Terrasse – reine Selbstverteidigung, denn Lauren ist da sehr deutlich. Danach folgt eine Runde Kuscheln, erst dann darf ich an den Schreibtisch. Das klingt nach Zeitverlust, ist es aber nicht. Diese Minuten nehmen den Stress raus und schenken mir den ruhigen Tagesanfang, den ich brauche.

In den zwei, drei Stunden bis mittags arbeite ich dann hochkonzentriert – oft produktiver, als ich es den ganzen Tag über in meinem alten Job war. Und spätestens mittags sorgt Humphrey dafür, dass ich eine Pause mache: Kuscheln, raus auf die Terrasse. Ohne ihn würde ich diese Unterbrechung wahrscheinlich überspringen. Aber wenn ich dann schon mal vom Schreibtisch aufgestanden bin, mache ich mir auch etwas Kleines zu essen. Das verhindert, dass ich später wieder Schokolade oder Gummibärchen in mich reinschiebe.


Mein geheimes Erinnerungs- und Support-System

Ich habe mal gelesen – vielleicht war es ein Artikel, vielleicht ein Reel – dass man, wenn man regelmäßig etwas nicht vergessen will (Medikamente nehmen, ins Bett gehen), einfach anfangen sollte, seinem Haustier zu dieser Zeit ein Leckerli zu geben. Das Tier wird einen garantiert daran erinnern. Und ich kann bestätigen: Es funktioniert.

Lauren ist der Meinung, dass ich eine Pause brauche.
Lauren ist der Meinung, dass ich eine Pause brauche.

Noch wichtiger: Meine Katzen sind auch mein emotionales Supportsystem. Sie spüren sofort, wenn es mir nicht gut geht, und kommen dann von sich aus zum Kuscheln. Sie erzwingen Pausen, die ich sonst übergehen würde, und schenken mir damit kleine Atemräume im Alltag.

Und ich bin sicher: Wenn ein Coaching bei mir zu Hause stattfindet, werden sie sich auch dort nicht zurückhalten – Humphrey und Lauren tauchen garantiert auf. Für viele mag das vielleicht überraschend sein, aber genau das passt: Coaching darf leicht sein. Es darf Wärme, Humor und positive Ablenkung enthalten – und trotzdem tief wirken. Meine beiden zeigen mir (und vielleicht auch Dir), dass Veränderung nicht immer schwer und anstrengend sein muss, sondern manchmal auch mit einem Schnurren, einem Stupser oder einer Spielaufforderung beginnt.



Und jetzt zu Dir: Hast Du auch Tiere, die Dir zeigen, wie Selbstfürsorge eigentlich funktioniert? Was hast Du schon von ihnen gelernt?

 
 
 

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