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Von der Schwierigkeit Prioritäten zu setzen

  • Autorenbild: Meike Parker
    Meike Parker
  • 14. Okt. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Dinge erledigt zu bekommen ist selten das Ergebnis von "Ich zwinge mich dazu"
Dinge erledigt zu bekommen ist selten das Ergebnis von "Ich zwinge mich dazu"

Es ist Montagmorgen, und es wäre eigentlich Zeit, an meinem wöchentlichen Blog zu arbeiten.Aber ich sollte auch dringend Rechnungen bezahlen, das Erstgespräch vorbereiten, das später heute ansteht, weiter an meinem Kursportfolio arbeiten (um künftig auch kostengünstige Alternativen zum Coaching anbieten zu können), meine Katze will dringend kuscheln, und Duolingo weist mich darauf hin, wie schade es doch wäre, meinen 545-tägigen Streak zu verlieren.Der Stapel Bücher, die ich zur Weiterbildung lesen will, wächst stetig, und mehrere eLearnings warten ebenfalls noch auf mich.Und: Montags ist Wäschetag.

Mit eines der ersten Dinge, die man in einem Zeitmanagementkurs lernt, ist:„Beiße zuerst in den sauren Apfel“ – also: erledige die wichtigste, größte oder schwierigste Aufgabe zuerst.Ja… nein. Das funktioniert für uns Neurodivergente leider so nicht.


Wenn alles gleich wichtig ist

Warum fühlt sich alles gleich dringlich an? Und warum funktioniert ein „Jetzt fang doch einfach an!“ für uns überhaupt nicht?

Das liegt daran, wie unser ADHS-Gehirn Informationen verarbeitet – oder eben nicht verarbeitet, wenn nicht genügend Neurotransmitter zur Verfügung stehen.Die Basalganglien sind so etwas wie die Rezeption des Gehirns: Hier kommen alle Informationen an. Etwa 11 Millionen Bits pro Sekunde – das entspricht rund 38.000 voll beschriebenen Seiten.Ihre Aufgabe ist, zu sortieren: Könnte diese Info wichtig sein? Und: Wer soll sich darum kümmern?

Bei einem Mangel an Dopamin ist diese „Sortierfunktion“ überlastet – und leitet lieber zu viele Informationen als zu wenige weiter. Diese Vorstellung ist zwar neurologisch vereinfacht, hilft mir aber zu verstehen, warum es sich manchmal so anfühlt, als würden mir ein paar Filter fehlen.


Kleine Tricks gegen das Überwältigtsein

Was mir (gelegentlich) hilft: Liste reduzieren. Nicht alles muss am selben Tag erledigt

werden. Wäsche waschen? Geht auch am Dienstag – vorausgesetzt, es ist noch genügend saubere Unterwäsche da. 😉Und ja, Wäschekörbe voller sauberer, aber noch nicht weggeräumter Kleidung stressen mich nicht. Ungewaschene? Sehr!


Die Kursentwicklung kann auch warten, auch wenn ich konzeptionell gerne weiterarbeiten würde. Wenn sich für mich die verbliebenen Aufgaben irgendwie gleichwertig anfühlen, wähle wähle ich dann meistens die, die den geringsten Widerstand hat – oder sich mit etwas kombinieren lässt, das mir einen Dopamin-Kick gibt.

Etwas Kleines. Etwas, das ich abhaken kann. Denn das Streichen eines Punktes auf der Liste gibt mir den nötigen Motivationsschub für die nächste – größere – Aufgabe.


Zum Beispiel: Ich stehe auf und mache als Erstes das Bett. Das gibt mir Schwung, um zum Sport zu gehen. Und Bewegung wiederum hilft bei der Produktion von Neurotransmittern.So arbeite ich mich Schritt für Schritt nach oben – und baue mir mein Dopaminlevel für die wichtigen (aber langweiligen) Aufgaben auf.


Coaching kann helfen eigene Strategien zu finden.

Ich bin erst mit 48 diagnostiziert worden... jede Menge Zeit, einen Fehler nach dem anderen zu machen.
Ich bin erst mit 48 diagnostiziert worden... jede Menge Zeit, einen Fehler nach dem anderen zu machen.

Wenn du das Gefühl kennst, dass alles gleich dringend ist und du dich trotzdem blockiert fühlst – bist du nicht allein. Im Coaching entwickeln wir gemeinsam Strategien, wie du deinen Alltag strukturieren kannst, ohne dich zu überfordern.Lass uns herausfinden, wie dein Gehirn Prioritäten setzt – und wie du diesen Mechanismus für dich nutzen kannst.






 
 
 

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