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Dazugehören ist überbewertet

  • Autorenbild: Meike Parker
    Meike Parker
  • 20. Okt. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Wir müssen zusammen für ein besseres, inklusiveres morgen kämpfen.
Wir müssen zusammen für ein besseres, inklusiveres morgen kämpfen.

Ich arbeite gerade mit zwei sehr jungen Coachees – 17 und 20 Jahre alt. Und ja, mit fast 50 darf ich das so sagen: sehr jung.Beide hadern damit, „anders zu sein“. Und beide sind mitten in dieser Phase, in der das Bedürfnis, dazuzugehören, besonders stark ist.

Mit 17 bist du mittendrin, dich von den Eltern zu lösen, deine eigene Identität zu formen – und natürlich willst du deine Peergroup finden, dazugehören, ein Teil sein.

Und mit 20? Da fängt oft etwas Neues an: eine Ausbildung, ein Studium, ein neuer Lebensabschnitt. Wieder eine neue Gruppe, wieder dieses Gefühl, sich beweisen zu müssen.


Wenn gute Intentionen falsch ankommen

Mein Coachee, der gerade seine schulische Ausbildung begonnen hat, erlebt gerade etwas, das vielen neurodivergenten Menschen passiert – besonders, wenn sie sich selbst noch nicht gut einschätzen können.

Er ist offen, freundlich, neugierig. Er fragt, weil er verstehen will. Er will dazugehören.Aber was dann passiert, ist traurig vertraut: Seine Mitmenschen interpretieren seine Offenheit falsch.Eine junge Frau hilft ihm, er unterhält sich nett mit ihr – und schon wird ihm unterstellt, er wolle flirten oder aufdringlich sein. Dabei wollte er einfach nur reden.

Das bricht mir jedes Mal ein bisschen das Herz.Weil ich weiß, dass er nichts falsch gemacht hat – außer, dass er mit seiner Energie vielleicht intensiver wirkt, als er es merkt.Und dass er gerade lernt, dass „anders sein“ nicht immer leicht ist.


Eine Liebeserklärung an alle, die anders sind

Darum ist dieser Text eine kleine Liebeserklärung –an alle, die nicht so ganz ins Raster passen. An die, die „komische“ oder „offensichtliche“ Fragen stellen. An die, die Dinge ansprechen, die sonst niemand zu sagen wagt. An die, die zu laut, zu direkt, zu intensiv sind.

Hey – mindestens eine Person in der Gruppe ist dir dankbar, dass du diese Frage gestellt hast. Versprochen.

Das hier ist für alle,die vor Mitternacht nicht ins Bett finden und morgens trotzdem um sieben aufstehen müssen,weil „die Gesellschaft“ das so vorsieht.

Für alle, die nachts die besten Ideen haben,wenn endlich Ruhe einkehrt und das Gedankenkarussell mal geradeaus fährt.

Für alle, die zu viele Eindrücke auf einmal verarbeiten müssen und sich manchmal einfach überwältigt fühlen.

Für alle, die in Meetings Dinge sagen, die irgendwie „falsch“ klingen, weil sie den Subtext nicht erkannt haben.

Ihr seid nicht falsch. Ihr seid einfach echt.


Wir brauchen euch

Bitte nehmt euch nicht zurück. Stellt euer Licht nicht unter den Scheffel, nur weil andere den Scheinwerfer zu grell finden. Wir sehen die Welt anders – und genau das wird gebraucht.


Wahrscheinlich waren es Menschen wie ihr, die sich gefragt haben, was passiert, wenn man diese komischen Bohnen trocknet und dann Wasser drübergießt (Spoiler: Kaffee).

Oder die sich dachten: „Diese Knollen aus der Erde schmecken roh nicht – aber was, wenn man sie kocht?“ (Danke für die Kartoffel.)

Oder die gesagt haben: „Da vorne ist eine Höhle – ich will wissen, was dahinter ist.“


Wir waren, mit höchster Wahrscheinlichkeit, die Entdecker:innen, die Forscher:innen, die Erfinder:innen.Die, die gefragt haben, ausprobiert, gesehen, was andere übersehen haben.


Und ja – irgendwie sind wir heute Opfer unseres eigenen Erfolgs geworden.Die Gesellschaft hat all unsere Entdeckungen genommen, standardisiert, skaliert – und eine Welt daraus gebaut, in der wir selbst manchmal keinen Platz mehr finden.



Aber: Diese Welt braucht uns immer noch.Unsere Perspektiven, unsere Muster, unsere Neugier, unsere Fragen.


Fazit: Dazugehören ist schön – echt sein ist besser


Wir sind anders - steh dazu!
Wir sind anders - steh dazu!

Also: Wenn du gerade kämpfst, weil du dich nicht einfügst,weil du zu laut, zu sensibel, zu intensiv oder zu viel bist –denk daran: Du bist nicht falsch.Du bist wichtig.

Und manchmal ist „dazugehören“ einfach überbewertet.


Wenn du dich in diesen Zeilen wiederfindest – und lernen willst, wie du dein Anderssein nicht als Makel, sondern als Stärke lebst –dann melde dich gern. Im Coaching schauen wir gemeinsam, wie du deinen Platz findest, ohne dich zu verbiegen.

 
 
 

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